Eine Karriere muss nicht immer „gerade“ verlaufen. Oft ist ein Lebenslauf, der Brüche aufweist, für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber besonders interessant. Christian Mennrich hat einen solchen Lebenslauf – wie viele andere Studierende an der FernUni. Als er sein Bachelorstudium der Politik- und Verwaltungswissenschaft vor rund fünf Jahren begann, war er Ende 20 und einige Jahre als Marketing-Kommunikationswirt voll berufstätig.
Christian Mennerich
Anfangs liefen sein Job in der Marktforschung und sein Studium an einer Präsenzuni noch parallel. „Beides zusammen ließ sich zeitlich aber bald nicht mehr vereinbaren“, blickt er zurück. Zu dieser Zeit, sagt er, sei es für ihn die richtige Entscheidung gewesen, das Studium an den Nagel zu hängen. Irgendwann aber musste er sich eingestehen, dass er seinen Job nicht für immer weitermachen, sondern sich mit einem Studium viel lieber seinen Interessen entsprechend im Bereich Politik weiterentwickeln wollte. Wieder zurück an die Präsenzuni, das sei keine Option für ihn gewesen. „Unter den ganzen frischgebackenen Abiturientinnen und Abiturienten hätte ich mich nicht wohl gefühlt“, vermutet er. Eine Freundin, die an der FernUniversität Kulturwissenschaften studiert hat, war seine „Brücke“ zur Hagener Hochschule. Sein Ziel, das Bachelorstudium Politik- und Verwaltungswissenschaft zügig und deshalb in Vollzeit zu absolvieren, hat er erreicht.
In seiner Abschlussarbeit hat er im Sommer 2010 in einer Politikfeldanalyse die Hamburger Schulreform unter die Lupe genommen. Zentrale Fragen darin: Warum einigte sich diese ungewöhnliche schwarz-grüne Koalition überhaupt auf eine derart weitgehende Reform? Und warum scheiterte diese schließlich doch? An Mennrichs Thema anschließend – nämlich mit dem letztendlichen Scheitern der Schulreform aufgrund eines Bürgerentscheids – hat sich Céline Kuscheck ein halbes Jahr später in ihrer Bachelorarbeit beschäftigt. Die Ergebnisse beider Arbeiten haben die Betreuerin Professorin Dr. Annette Elisabeth Töller so überzeugt, dass sie basierend darauf gemeinsam mit Christian Mennrich, Céline Kuscheck und ihrer Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Sylvia Pannowitsch den weiterführenden Aufsatz „Direkte Demokratie und Schulpolitik. Lehren aus einer politikfeldanalytischen Betrachtung des Scheiterns der Hamburger Schulreform“ verfasst hat. Der Aufsatz wurde inzwischen in der renommierten „Zeitschrift für Parlamentsfragen“ veröffentlicht.
Christian Mennrich: „Das hat mich natürlich sehr gefreut. Die Chance zu einer solchen Veröffentlichung bekommt man ja nicht alle Tage.“ Seine hervorragende Bachelorarbeit hat ihm quasi auch die Tür zu einem neuen Job eröffnet. Am Lehrstuhl von Prof. Töller ist er seit rund zwei Monaten als Wissenschaftlicher Online-Tutor beschäftigt. „Ich betreue die Studierenden in allen Fragen rund um das Studium. Als FernUni-Student kenne mich ja nicht nur mit den Inhalten, sondern auch mit den Besonderheiten des Fernstudiums aus“, schmunzelt er.
Praktisch ist, dass er diesen Job vom heimischen Schreibtisch erledigen kann. Dort, wo er sich auch in seine Studienbriefe vertieft. Mennrich hat nämlich direkt im Anschluss an sein Bachelorstudium den Masterstudiengang „Governance“ belegt. Dieses Mal allerdings in Teilzeit. „Parallel will ich beruflich im politischen Bereich Fuß fassen“, erzählt er von seinem nächsten Ziel.
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