„Innenansichten von Außenseitern“

Rund 80 Fernstudierende kamen für die 13. Studienwoche der Literatur und Medienwissenschaft zum Hagener Campus. Die Woche nahm „Außenseiter in Literatur und Film“ in den Blick.


Mann am Rednerpult Foto: FernUniversität
Prof. Steiner begrüßte die Studierenden auf dem Hagener Campus.

„Dass die Außenseiter Ihr Interesse finden, entnehme ich erfreut der Tatsache Ihres Erscheinens“, begrüßte Prof. Dr. Uwe Steiner seine zahlreichen studentischen Gäste. Der Direktor des Instituts für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft freute sich über mehr als 80 Anmeldungen zur 13. Studienwoche der Literatur und Medienwissenschaft an der FernUniversität in Hagen. Das Thema in diesem Jahr: „Außenseiter in Literatur und Film“.

Schon seit 2005 kommen jährlich Studierende zum FernUni-Campus, um vor Ort an Einführungen, Seminaren und Vorträgen teilzunehmen. Fünf Tage lang lernen sie hier in konzentrierter Atmosphäre, tauschen sich untereinander aus und nehmen den persönlichen Kontakt mit Lehrenden auf. Das Angebot richtet sich an die Studiengänge „Bachelor Kulturwissenschaften“ und „Master Europäische Moderne: Geschichte und Literatur“.

Von Mensch bis Monster

Das Thema „Außenseiter“ verband eine Fülle von Lehrveranstaltungen miteinander. In den Seminaren und Vorlesungen ging es dabei nicht nur um menschliche „Outcasts“. Unter anderem wurde auch die Darstellung fantastischer Gestalten wie Wechselbälger oder Vampire untersucht. „Literatur entwirft mit Vorliebe Innenansichten von Außenseitern“, erklärte Prof. Steiner während seiner Einführung und betonte die integrative Kraft der Figur: „Dadurch dass uns Literatur Empathie für Außenseiter gewährt hat, ist deren Position attraktiv geworden.“

Zuhörerinnen und Zuhörer im Seminargebäude der FernUniversität Foto: FernUniversität
Zur Studienwoche kamen Studierende des „Bachelor Kulturwissenschaften“ und „Master Europäische Moderne: Geschichte und Literatur".

Abendvortrag als Höhepunkt

In die Studienwoche eingebettet war ein Abendvortrag von Prof. Dr. Johannes F. Lehmann. Der Wissenschaftler von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sprach über „‚Außenseiter‘: Außenseiten und Innensichten einer Figur in Literatur und Film“. An der Hagener Hochschule ist Prof. Lehmann kein Unbekannter: Im Studienjahr 2010/11 vertrat er die Professur für Neuere deutsche Literatur und Medientheorie. In seinem Vortrag ging er von einer Typologie und Begriffsgeschichte des „Außenseiters“ aus und erklärte anhand zahlreicher Beispiele, wie dieser als Individuum im Wettbewerb mit der ihn ausgrenzenden Gesellschaft steht.

Benedikt Reuse | 11.06.2018