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„Das Gift des Politischen“

Vortragsreihe „Lüdenscheider Gespräche“

Icon Hagener Forschungsdialog
Wann: 15.09.2017 um 18:30 Uhr
Wo: Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid
Referent/-in: Prof. Dr. Rita Süssmuth

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Podiumsdiskussion mit Rita Süssmuth.

Prof. Dr. Rita Süssmuth: geboren 1937, Prof. Dr. phil., war von 1985 bis 1988 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit (ab 1986 für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit) und von 1988 bis 1998 Präsidentin des Deutschen Bundestages. Nach Eugen Gerstenmaier war sie damit die am zweitlängsten amtierende Bundestagspräsidentin. Neben diesen politischen Aufgaben war und ist sie bis heute vielfach für Vereine, Stiftungen und Institutionen tätig, unter anderem für die OSZE, und Trägerin zahlreicher Auszeichnungen sowie mehrerer Ehrendoktorwürden.
Einführende Worte / Moderation: apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch und Dr. Eva Ochs (Institut für Geschichte und Biografie)
Veranstalter:Institut für Geschichte und Biografie

Auskunft erteilt: E-Mail an Eva Engelhardt

Die gebürtige Wuppertalerin, verheiratet und Mutter einer Tochter, studierte zunächst Romanistik und Geschichte in Münster, Tübingen und Paris. Ab 1971 war sie als Professorin für Vergleichende Erziehungswissenschaft an den Universitäten Bochum und Dortmund und leitete zwischen 1982 und 1985 als Direktorin das Forschungsinstitut „Frau und Gesellschaft“ in Hannover. 1982 trat sie der CDU bei. 1985 wurde sie von Helmut Kohl zur Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit (ab 1986 zusätzlich für Frauen) ernannt und war damit die erste Frauenministerin auf Bundesebene.

Von 1987 bis 2002 war Rita Süssmuth Mitglied des Deutschen Bundestages mit dem Mandat des Wahlkreises Göttingen. Von 1988 bis 1998 war sie die Präsidentin des Deutschen Bundestages, ferner langjähriges Mitglied des CDU-Präsidiums und Vorsitzende der „Frauen Union“. In der CDU gilt sie als Vorreiterin einer modernen Frauen- und Familienpolitik, weil sie sich für die Reform des Abtreibungsparagrafen und für die Frauenquote einsetzte und auch sonst als Kämpferin für die Chancen benachteiligter Menschen engagierte. Noch heute sind ihr Themen wie Frauenpolitik, Migration und Integration, AIDS sowie die Beziehung zu Polen und der Türkei wichtige Anliegen. Mehr noch, denn Rita Süssmuth sagt über sich selbst, dass sie heute weit radikaler und konsequenter im Denken sei als noch vor 30 Jahren.


Vor dem Hintergrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrungen in politischen Spitzenämtern wird Rita Süssmuth Einblick in die Innenansichten der politischen Klasse geben – wie auch über entscheidende Wendepunkte ihrer Biographie berichten. Beides wird eingerahmt von der drängenden Frage nach dem „Gift des Politischen“ und den sich daraus ergebenden Defiziten und Konsequenzen. Besonders bedenklich erscheint ihr der geradezu egomanisch um sich greifende persönliche Freiheitsanspruch, der in keinem Verhältnis mehr zu den gesellschaftlichen Verpflichtungen der Freiheit steht.


Am Ende der Veranstaltung wird es in gewohnter Weise die Möglichkeit geben, sich an der anschließenden Diskussion zu beteiligen.

Der ursprüngliche Beginn um 18 Uhr verzögert sich um eine halbe Stunde auf 18.30 Uhr.

Gerd Dapprich | 06.09.2017
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