Der unausweichliche Konflikt einer Unternehmerfamilie - eine struktural-hermeneutische Analyse destruktiver Konfliktdynamiken in einem besonderen Familientypus

18. April 2018

Vortragsreihe: Kolloquien des Instituts für Soziologie

Zeitraum
18.04.2018
16:00 Uhr (bis 18 Uhr)

Ort
FernUniversität, AVZ (Gebäude 8), Kleiner Senatssaal, Raum B118, Universitätsstr. 21, 58097 Hagen

Veranstalter/-in
Prof. Dr. Sylvia Marlene Wilz

Referent/-in
Juliane Wegner
Ruhr-Universität Bochum
absolvierte ihren Master in Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und legte ihren Studienschwerpunkt dabei auf die Arbeits- und Organisationssoziologie sowie auf die qualitativ empirische Sozialforschung. Seit Januar 2016 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeitern am Lehrstuhl für Führung und Dynamik tätig. In ihrer Promotionsarbeit untersucht sie Konfliktverläufe in Unternehmerfamilien.

„Familienunternehmen gelten als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Insbesondere die Großkonzerne – unter ihnen z.B. Oetker, Haribo oder Tschibo – und deren Eigentümerfamilien üben eine mediale Faszination aus. Das Bild, welches von der jeweiligen Familie gezeichnet wird, erscheint dabei sehr ambivalent: Auf der einen Seite wird der Unternehmenserfolg auf den familiären Einfluss als entscheidender Wettbewerbsvorteil zurückgeführt. Andererseits scheinen sich die unterschiedlichen Generationsvertreter gewachsener Familiendynastien immer wieder feindlich gegenüberzustehen; sei es aufgrund von problematischen Übergabeprozessen zwischen Vater und Sohn, sei es aufgrund emotional aufgeladener Erbstreitigkeiten zwischen Geschwistern oder sogar ganzen Familienstämmen. Im Zuge dessen entsteht schnell der Eindruck, dass Unternehmerfamilien zum Risiko werden – sowohl für den privaten Familienfrieden als auch für das Unternehmen selbst. Doch ist die Unternehmerfamilie tatsächlich mehr Fluch als Segen für das eigene Unternehmen?

Der Antwort auf diese Frage möchte ich mich anhand der Vorstellung meines Dissertationsprojektes zu Konflikten in Unternehmerfamilien in meinem Vortrag nähern. Dabei greife ich zunächst einige theoretisch-methodologische Problemstellungen auf, die sich für meine Arbeit ergeben haben, und wie ich mich diesen mittels der Anwendung der Objektiven Hermeneutik als meinen forschungsstrategischen Bezugsrahmen widmen werde.“

Gerd Dapprich | 27.03.2018